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Klinische Beobachtungen haben gezeigt, dass Patienten mit Fructose-
und/oder Lactosemalabsorptionssyndrom häufig über rezividierende
Harnwegsinfekte, Harndrangsymptomatik und asymptomatische
Mikrohämaturie
klagen. Ziel der Studie war es, aufzuklären, ob und in welchem
Zusammenhang urologische und Reizdarm-ähnliche Symptome beim
Fructose- und/oder Lactosemalabsorptionssyndrom stehen.
13 Personen mit einem Fructose- und/oder Lactosemalabsorptionssyndrom
und 10
Personen ohne nachgewiesenem Malabsorptionssyndrom haben
3 Tage lang je 25g Fructose und Lactose zu sich genommen(=Belastungsphase).
Anschließend
folgte eine zweiwöchige fructose- und lactosefreie Diät(=
Entlastungsphase). Kontrolliert wurden zu Beginn der
Studie(V1), nach der Belastung(V2) und nach der Diät(V3) der
Harn-pH und Erythrozyten im Harn mittels eines Harnteststreifens.
Bei pathologischem
Zellbefund wurde eine Harnsedimentuntersuchung durchgeführt
und eine Harnkultur angelegt. Außerdem haben die Teilnehmer
Protokolle! über Inkontinenzepisoden ausgefüllt . Die Belastung
hat dazu geführt, dass in der Patientengruppe die Reizdarm-ähnlichen
Symptome wie Blähungen, Völlegefühl, Diarrhö,
kolikartige Bauchschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, depressive
Episoden sowie auch die urologischen Symptome wie asymptomatische
Mikrohämaturie, Harndrangsymptomatik
und Pollakisurie zugenommen haben. Außerdem wurde der Patientenharn
in der Belastung zunehmend alkalisch und es kam zu einem
massiven Bakterienwachstum in den Harnkulturen. Im anschließend
fructose- und lactosefreien Intervall konnten die Symptome klinisch
signifikant
zum Rückgang gebracht werden. Als Ursache für das Auftreten
von asymptomatischer Mikrohämaturie, Pollakisurie und Harndrangsymptomatik
bei Patienten mit Fructose- und/oder Lactosemalabsorptionssyndrom
nach Fructose- und Lactosekonsum nehmen wir die gesteigerte
CO2-Bildung durch die Darmbakterien an. Das lipophile CO2 diffundiert
durch die
Darmwand in die Blutbahn, wird in Bikarbonat! umgewandelt
und als solches über dir Niere ausgeschieden, was! eine Steigerung
des Harn-pH-Werts mit sich zieht, was wiederum die ideale Grundlage
für
ein vermehrtes Bakterienwachstum ist und Entzündungsreaktionen
mit sich zieht.
Für die Klinik ergibt sich, dass bei Patienten
mit Reizdarm-ähnlichen Symptomen sowie Harndrangsymptomatik,
asymptomatischer Mikrohämaturie und Pollakisurie mittels eines
H2-Atemtests nach einem Fructose- und/oder Lactosemalabsorptionssyndrom
zu fahnden ist. |